Rosé

Rosé

Bezeichnung für einen Weintyp mit blasser, hellroter Färbung. Die Farbe kann abhängig von der Intensität des Kontaktes mit den Beerenhäuten von lachsfarben (hellrot) bis kirschrot (dunkel) reichen. Die Bezeichnung Rosé ist gemäß EU-Verordnung Weinen vorbehalten, die ausschließlich aus Rotweintrauben gekeltert wurden. Ein Verschnitt bzw. eine Cuvée von verschiedenen Rotweinsorten ist zulässig. Welche als Rotweinsorten bzw. als Qualitätswein-Rebsorten gelten, geben die Länder selbst vor, ggf. auch die Farbe und den Alkoholgehalt. Ein Rosé ist nur für Landweine und Qualitätsweine mit Angabe von Rebsorte und Jahrgang zulässig. Es gibt aber auch einige Weißweinsorten mit roten Beerenschalen wie Roter Muskateller (Spielart Muscat Blanc), Gewürztraminer (Roter Traminer) oder Pinot Gris, sowie in Südamerika Cereza und andere Criolla-Sorten, die einen mehr oder weniger rötlichen Wein ergeben. Weine aus solchen Weißweinsorten gelten aber in der EU nicht als Rosé.

Weine

Produktionsverfahren

Ein Rosé steht bezüglich Herstellung dem Weißwein eigentlich viel näher als dem Rotwein. Er ist deutlich weniger mit Anthocyanen (Farbstoffen), Tanninen und Aromastoffen angereichert als ein Rotwein. Im Detail gibt es aber zwischen den einzelnen Rosétypen sehr wohl farbliche und geschmackliche Unterschiede, die hauptsächlich auf Grund der verwendeten Rebsorten sowie der unterschiedlich langen Maischestandzeiten resultieren. Die wichtigsten fünf Herstellungsverfahren sind:

1) Bei der häufigsten Methode werden die dunklen Trauben genau so behandelt, als ob es weiße wären. Auf dem Weg durch die Traubenmühle wird der Traubenmost von den Farbstoffen der Beerenschalen zwar etwas angefärbt; es gibt jedoch im Gegensatz zum Rotwein keine Mazeration (kein liegenlassen auf der Maische). Nach dem Pressen wird der rötliche Most dann wie ein Weißwein weiterbearbeitet. Das ergibt sehr helle Roséweine.

2) Bei der zweiten Methode werden die Weintrauben erst nach einer zwei- bis dreitägigen Maischestandzeit abgepresst und dann der Traubenmost weiterverarbeitet, was in der Regel deutlich dunklere und geschmacklich intensivere Roséweine ergibt.

3) Die dritte Methode ist das so genannte „Bluten“, französisch Saignée. Die Trauben werden angequetscht, aber nicht gepresst. Bevor jedoch der Most ein dunkleres Rot annehmen kann, wird ein Teil schon nach 12 bis 48 Stunden abgezogen oder einfach durch „Abtropfenlassen“ gewonnen. Der Rest des Mostes wird als Rotwein weiterverarbeitet, der durch dieses Verfahren konzentrierter und farbstärker ist. Der Rosé ist ein Nebenprodukt.

4) Bei einer vierten Methode wird ein Rotwein durch Schönen (hauptsächlich durch Mittel wie PVPP und Aktivkohle) von Gerbstoffen befreit und dadurch aufgehellt.

5) Beim als Blanc de noirs bezeichneten Wein („Weißer aus schwarzen“) handelt es sich um einen aus Rotweintrauben hell gekelterten Wein, was besonders beim Champagner bzw. Schaumwein Anwendung findet. Er kann helle (weiße), aber auch eine leicht rötliche Farbe aufweisen; bei etwas dunklerer Farbe wird er Taché genannt. In Deutschland kann „Blanc de noirs“ als ergänzende Bezeichnung beim Weißherbst verwendet werden. Im deutschen und österreichischen Weinrecht ist die Bezeichnung/Herstellung aber nicht explizit definiert.

Besonders in Frankreich haben Roséweine eine lange Tradition. Der Produktionsanteil 2010 betrug 12% (Rotweine 45%). In vielen Appellationen für Rotweine sind auch Roséweine eingeschlossen. Dies trifft vor allem auf Bordeaux mit dem Bordeaux Rosé und dem dunkler gekelterten Bordeaux Clairet, Loire mit dem Rosé-Hauptbereich Anjou, Languedoc-Roussillon, Provence und Rhône zu. Der Tavel aus dem südlichen Rhônebereich Tavel wird als „König der Roseweine“ bezeichnet. (wein.plus)