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Gegen ausländische Konkurrenz wirkt reiner Wein


Gegen ausländische Konkurrenz wirkt reiner Wein

Für Wein setzen Deutsche nach wie vor auf Discounter. Mehr Geld für bessere Qualität geben sie dennoch aus. Was gut ist für hiesige Winzer – denn was sonst als Qualität haben sie ausländischen Anbietern entgegenzusetzen?

In Abgeschiedenheit: Weinreben auf der Weininsel in der Pfalz

In Abgeschiedenheit: Weinreben auf der Weininsel in der Pfalz

Hochglanzbildchen von glücklichen, Wein trinkenden Pärchen auf Sandsteinmauern, dahinter die sanften Hügel der Pfalz im Sonnenuntergang sollten nicht darüber hinwegtäuschen: Die Deutschen kaufen ihren Wein nach wie vor in erster Linie im Discounter.

Jede zweite Flasche wandert über die Bänder von Lidl, Aldi & Co in die Wohnzimmer. Trotzdem hat die gar nicht mehr so neue „Neue Lust“ am Wein das Verbraucherverhalten in den vergangenen Jahren auch hierzulande geändert. Die Deutschen geben seit Jahren beständig mehr Geld aus für eine Flasche Wein. Und zwar sowohl im Discounter als auch in Fachhandel und Direktverkauf beim Winzer.

Für die deutsche Weinwirtschaft ist das eine gute Entwicklung und Folge der konsequent qualitätsorientierten Politik: Schlechte Weine findet man heute nur noch selten. Diese Anstrengung war auch bitter nötig, damit heimische Winzer ihre Marktanteile halten, denn der internationale Druck steigt.

In großen europäischen Weinländern wie Spanien, Italien und Frankreich geht der heimische Konsum zurück, die Mengen drängen nach Deutschland. Zugleich wächst die Konkurrenz aus Übersee. Chile, Südafrika, Australien, Amerika – sie alle suchen ihr Heil im Export.

In Preis und Menge haben deutsche Winzer diesem Druck nichts entgegenzusetzen, es geht nur über Qualität. Die Bilanz 2018 zeigt: Die Branche hat verstanden.

F.A.Z. – Ein Kommentar von Bernd Freytag, 09.03.2019

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